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Staffelmarathon in Hamburg

[Der Alte] (Der Alte) - "Eine tolle gemeinsame Sache; sollten wir mal wiederholen!!!", so lautete der Schlusssatz des Laufberichtes vom Staffelmarathon in Hamburg im vergangenen Jahr. Also machen wir das auch!

Nach Veröffentlichung der Ausschreibung war eine erste Staffel schnell aufgestellt und schon am 07.11.2012 angemeldet unter Stolpertruppe Winsen I mit Claudia, Hans-Otto, Anneliese und Günter. Die zweite Staffel, Stolpertruppe Winsen II, mit Matthias, Susanne, Elke und Stephanie konnte schon zwei Tage später gemeldet werden. Unsere dritte Staffel, Stolpertruppe Winsen III, war erst während der Weihnachtsfeier komplett mit Walter, Heike, Ulla, Heinrich und wurde Mitte Dezember 2012 angemeldet.

Für das Zustandekommen der Staffeln II und III ist Susanne lobend zu erwähnen, denn ihr gelang es, die Gastläuferinnen Elke (sie hat schon 2012 unsere Staffel bereichert) sowie Stephanie und Heike für uns zu gewinnen.

Am 30. Januar meldete der Veranstalter den Staffelmarathon mit 1 500 Staffeln als ausgebucht. Gut, dass wir uns so schnell zur Teilnahme entschlossen hatten. Für eine evtl. weitere Staffel standen wir jetzt auf der Warteliste und würden verständigt werden, wenn noch Staffeln nachgemeldet werden können.

Am 27.02. schrieb der Veranstalter: "Ihr habt euch für die restlichen Staffel-Startplätze auf der Warteliste vormerken lassen. Ab sofort habt ihr die Chance, euch einen der letzten 60 Staffel-Startplätze zu sichern!" Aber für eine weitere, die vierte Staffel waren keine Interessenten auszumachen.

Schon wenig später meldete der Veranstalter: "Die letzten 60 Staffeln aus Rückläufern waren nach 20 Minuten über die Warteliste vergeben. Interessenten - Anbieter wie Suchende - sollten sich daher ab jetzt in der Facebook-Community austauschen."

Also werden 1 500 Staffeln = 6 000 Läuferinnen und Läufer den 28. Haspa Marathon Hamburg am 21.04.2013 bereichern - und wir 12 sind dabei! Unsere "Staffel-Neulinge" in diesem Jahr sind in Staffeln eingebunden, in denen auch Läuferinnen und Läufer mit Erfahrungen aus dem letzten Jahr dabei sind.

Ebenfalls gemeldet sind 12 Marathonis der Stolpertruppe über die volle Distanz. Somit schicken wir mit 24 Startern die bisher größte Mannschaft nach Hamburg.

Inzwischen hatten wir uns mit dem logistischen Problem des Kleidertransports befasst und eine Übersicht erstellt, wie denn die "Vorstart-Bekleidung" und die "Nachziel-Bekleidung" durch wen und wohin zu bringen sei.

Ebenso haben wir eine Übersicht erarbeitet über die von dem jeweiligen Starter für seine Strecke benötigte Zeit und die sich daraus ergebende Wechselzeit innerhalb der Staffel. Wir wollten ja nichts dem Zufall überlassen, sind uns aber darüber im Klaren, dass es durch unterschiedliche Ereignisse während des Laufs durchaus zu zeitlichen Verschiebungen kommen kann; ein Anhaltspunk eben.

Am 04.04. kamen dann per Mail die offiziellen Meldebestätigungen, die zum Abholen der Startunterlagen berechtigen. Kleine Episode am Rande: In dem Zusammenhang habe ich 9 E-Mails erhalten. Die ersten 3 waren unvollständig, die zweiten 3 dann richtig, die nächsten 3 haben die ersten 3 für ungültig erklärt und der Veranstalter entschuldigte sich für das Versehen.

Die Startunterlagen holten Anneliese und ich dann am Freitag, 19.04. ab und "verarbeiteten" sie für unsere Staffel I in einer kurzen Besprechung. Für die Staffel III übernahm Walter die Unterlagen wie vereinbart direkt am Bahnsteig bei unserer Rückkehr aus Hamburg und für die Staffel II bekam Susanne sie von uns an ihre Arbeitsstelle geliefert. Nun konnten die Akteure letzte Absprachen treffen und sich auf den Lauf einstimmen.

Wir trafen uns dann am Sonntag um 06.30 Uhr auf dem Winsener Bahnhof für die Fahrt mit dem Metronom nach Hamburg. Auch die Marathonis Martin, Carsten und Thorsten waren mit dabei.

Bei den Messehallen und im Start- und Zielbereich angekommen, informierten wir uns über die örtlichen Gegebenheiten, wie Kleideraufbewahrung und Medaillenausgabe. Um nun das dort beabsichtigte Foto mit allen 12 Staffelteilnehmern machen zu können, mussten wir lange auf Susanne warten, die sich in einer Hypnose-Behandlung befand; ob das ihre Laufzeit wirklich verbessert hat, wird ihr Geheimnis bleiben.

Danach teilten wir uns in kleine Gruppen auf und suchten den vereinbarten Treffpunkt "S" (wie Stolpertruppe) für das Treffen nach dem Lauf. Heinrich, Walter und ich, wir sahen dann von der Zieleinlauf-Tribüne den Spitzenläufern beim Warmmachen zu und erlebten danach auch noch den 17 Minuten andauernden Start der Marathonis, wobei wir auch einige unserer Stolpertruppler gesehen haben.

(Im Folgenden schildern die Akteure der Staffel I ihre Erlebnisse zwischen Start und Ziel)

(Otto) - Um 09.00 Uhr liefen die ersten Afrikaner los, während ich aus Startblock E nach 3 Minuten die Startlinie erreicht hatte. Da waren die Ersten schon bei Kilometer 1, also musste ich mein eigenes für diesen Tag anvisierte Tempo laufen, denn meine Hasen waren ja schon weg. Also habe ich mich voll darauf konzentriert, Anneliese so schnell möglich auf die Reise schicken zu können.

Auf dem Weg dahin hat von den Zuschauern niemand meinen Namen gerufen, das muss daran gelegen haben, dass ich entweder zu schnell war oder, was wahrscheinlicher ist, "Hans-Otto" ist einfach zu lang.

Aber was war das? Als ich aus dem dunklen Wallringtunnel wieder ins Licht getreten bin, da munterten mich Uschi und Alfred mit den Worten auf: "Otto, wie siehst du denn aus...!?"

Aber nun war es nicht mehr weit und ich hörte schon das nervöse Scharren von Anneliese, die jetzt endlich auf die Reise gehen konnte...

[Anneliese] - Nachdem Claudia ihren Otto im Startblock E verabschiedet hatte und er mit den anderen Marathonis gestartet war, machten wir uns auf den Weg zu meinem Wechselpunkt am Jungfernstieg. Claudia begleitete mich auf dem kleinen Spaziergang, denn als letzte Staffelläuferin hatte sie noch viel Zeit zu überbrücken.

Am Jungfernstieg empfing uns lautstarke Musik zur Freude der zahlreichen Zuschauer. Otto beendete seine Strecke noch vor der prognostizierten Zeit, der Wechsel klappte gut und nun ging es für mich ins Rennen. Ich mischte mich also unter die Marathonis und wunderte mich, dass ich von vielen Läufern überholt wurde, obwohl ich mich nach Kräften bemühte mitzuhalten. Schnell merkte ich, dass ich dieses Tempo (vermutlich 5er-Schnitt!?) nicht laufen konnte. Diesen schönen Streckenabschnitt empfand ich als schwierig. Vielleicht lag es auch daran, dass ich schneller laufen wollte als ich konnte. Trotzdem kam ich früher als vorausgesagt in der City Nord am Wechselpunkt 2 an. Günter erwartete mich schon und nach dem Wechsel des Staffelchips hatte ich meine Aufgabe erfüllt. Nach Marathonis aus der Stolpertruppe hatte ich vergeblich Ausschau gehalten.

(Der Alte) - Nachdem der letzte Starter die Startlinie überquert hatte, begaben Heinrich, Walter und ich uns auf Streckenbesichtigung; wir wollten u.a. die Sammelbox für Staffelläufer zum gemeinsamen Zieleinlauf ansehen - die aber war zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingerichtet. So trennten wir uns und Heinrich und ich begaben uns - wie vom Veranstalter empfohlen - in Richtung U3-Bahnhof Sternschanze, um zu unserem Wechselpunkt 2 am Überseering zu fahren. Auf dem Weg dorthin kamen wir am U3-Bahnhof Feldstraße vorbei und freuten uns, bereits ab hier fahren zu können. Dabei hatten wir aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht; auf dem Bahnsteig ein Hinweis: "Heute fährt hier keine Bahn ab." Also mussten wir doch weiter durch Hamburgs Häuserschluchten zum Bahnhof Sternschanze. Aber, man glaubt es kaum, dort angekommen auf dem Bahnsteig der Hinweis: "Vorübergehend kein Zugverkehr." Ratlosigkeit bei uns wie auch unter den vielen Staffelläufern, die das gleiche Ziel hatten wie wir. Wie das in solchen Situationen immer so ist, jeder der Umstehenden wusste irgendeinen Rat wie nun weiter zu (ver)fahren sei und hatte auch eine Begründung für den plötzlichen Bahnausfall parat; es wurde von einem Unfall auf der Strecke geredet. Wie wir erst viel später erfuhren, hatte ein einfacher Pappkarton im Bahnhof Schlump Erinnerungen an Boston heraufbeschworen und eine Sperre der Strecke hervorgerufen. Wir zwei entschlossen uns, zurück zur U2 Messehallen zu gehen und dann über U2 und U1 zu unserem Wechselpunkt Sengelmannstraße zu fahren. Auf der Fahrt dorthin trafen wir Claudia, die unterwegs war zu ihrem Wechselpunkt 3 Maienweg. An unserem Ziel angekommen trennten Heinrich und ich uns und jeder bereitete sich auf seinen Start vor und wartete in seinem Wechselblock.

Noch vor der von uns prognostizierten Zeit kam Anneliese angefegt. Nur keine Zeit verlieren: Staffelchip wechseln, Kleiderbeutel übergeben, ein flüchtiger Kuss - und ab die Post!

Die gleiche Etappe war ich bereits im vergangenen Jahr gelaufen; alles war mit bekannt, wie bei einem Heimspiel; sogar die Zuschauer an der Strecke kamen mir bekannt vor ;-).

Ich genoss die Stimmung des Laufes wie sie mir von vielen (ganzen) Marathonläufen her bekannt war und lief so gut ich konnte, etwas über dem 7er-Schnitt, zwischen den Marathonis dahin bis die Wechselstelle erreicht war und Claudia mich "erlöste".

[Claudia] - Für mich war das letzte Stück der Staffel mit dem Zieleinlauf vorgesehen. Da habe ich wirklich Glück gehabt, musste aber eine Weile warten, bis ich zum Einsatz kam. Vorher konnte ich die Spitzenläufer auf der Strecke beobachten und anfeuern. Das Tempo der Spitzenläufer fand ich sehr eindrucksvoll! Auf dem Weg zu meinem Wechselpunkt am Maienweg habe ich zufällig Günter, meinen Vorläufer, in der U-Bahn getroffen, der noch eine Station weiter fahren musste, um dann zu mir zu laufen!

Am Maienweg war es dann schon richtig warm. Es wurde viel getrunken und die Schlangen vor den Dixi-Klos waren richtig lang, was viel Geduld gekostet hat - musste aber sein, denn vor so einem Start waren alle ein bisschen nervös!

Als Günter um die Ecke gesaust kam und mir den Chip mit dem Klettband für den Fuß gegeben hatte, konnte ich endlich befreit loslaufen. Ich wurde getragen von den vielen Zurufen der Zuschauer, wie "Weiter Claudia!" und "Das sieht gut aus!" und "Du schaffst das!" Zuerst habe ich mich gewundert: Woher wissen sie meinen Namen, kennen sie mich? Bis mir einfiel: Steht ja auf der Startnummer! Das Anfeuern fand ich sehr schön. Ich konnte auf der Strecke viele Marathonis überholen, denn diese hatten ja schon mehr als 30 km in den Knochen! Die Staffelläufer haben sich "durch die müden Massen" geschoben. Wie musste sich das für die geplagten Einzelläufer anfühlen?

Was sich als schwierig und schmierig herausstellte, waren die vielen Aquaplaning-Stellen, an denen die Straße vollkommen nass und mit Teppichen aus Plastikbechern übersät war. Aufgrund des guten Wetters haben halt viele zugelangt bei unserem guten Nordheidewasser.

Die Atmosphäre auf dem Teilstück in Eppendorf war toll, nur die Belastung für die Ohren war teilweise enorm aufgrund der lauten Musik und der vielen Trommeltrupps.

Nachdem ich daran vorbei war, habe ich den restlichen Weg genossen - es ging oft bergab, so fühlte sich das an! Kurz vorm Ziel haben mich dann Anneliese und Otto abgefangen und wir sind gemeinsam (leider ohne Günter, der auf dem Rückweg wieder in der U-Bahn saß) ins Ziel gekommen!

(Fortsetzung: Der Alte) - Nachdem Claudia gestartet war, kam wieder Heinrich ins Spiel, der schon früher abgelöst worden war und auf mich wartete. Wir gingen gemeinsam zu dem 800 Meter entfernten U1-Bahnhof Alsterdorf um zum Zielbereich zurückzufahren. Eingedenk der Streckensperrung auf der U3 am Vormittag sind wir entgegen der Empfehlung des Veranstalters mit U1 und U2 bis Messehallen gefahren, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte. Hier im Zielbereich war es so voll von Menschen, sodass wir für das kurze Stück zu den Messehallen etwa 15 Min. benötigten. Etwas entnervt dort angekommen, hatten wir keinen Schneid mehr, uns zu der vermutlich ebenso überlaufenden Verpflegungsstelle durchzukämpfen. Wir kauften uns bei einem mobilen Händler eine Brezel und gingen zum vereinbarten "S". Dort trafen dann nach und nach (fast) alle Stolpertruppler - Marathonis und Staffelläufer - ein; auch Jan, der in einer Staffel seiner Krankenkasse mitgelaufen war. Es wurde heftig diskutiert und freudig berichtet, was denn jeder so erlebt hatte, und es wurden letzte Fotos gemacht, bevor wir uns in unterschiedlichen Gruppen und Richtungen auf die Heimreise machten. Ein ereignisreiches "Unternehmen Marathonstaffel" war zu Ende. Alle waren mit sich und der Welt zufrieden!

Ich wiederhole mich gerne mit der eingangs zitierten Aussage vom letzten Jahr: "Eine tolle gemeinsame Sache; sollten wir mal wiederholen!!!".

Die Fakten

  • 28. HASPA Marathon
  • Start am 21.04.2013
  • 42,195 Kilometer (16,3 km, 11,2 km, 5,4 km, 9,4 km)
  • 1381 Staffeln
  • Zeit der ersten Staffel: 02:31:37
  • Weitere Informationen auf der Seite des [Veranstalters]

Berichte der Vorjahre

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